Was ist Systemische Therapie?
Unser Denken, Fühlen und Handeln werden maßgeblich geprägt durch unsere Sichtweisen, inneren Haltungen und Glaubenssätze – Muster, die wir im Laufe unseres Lebens erlernt und übernommen haben. Als soziale Wesen stehen wir in einem ständigen Dialog, sowohl mit uns selbst als auch mit den Menschen um uns herum. Dieses soziale Geflecht beeinflusst unser Verhalten und unser Erleben auf vielschichtige Weise.
Im Miteinander mit anderen kommt es nicht selten zu Reibungen und Missverständnissen, die in Konflikten münden können. Solche Spannungen wirken nicht nur auf die jeweilige Beziehung, sondern auch auf unser inneres Erleben zurück. Denn jede Begegnung mit einem anderen Menschen ist zugleich auch eine Begegnung mit uns selbst – eine Gelegenheit, eigene Muster zu erkennen, innezuhalten und sich vielleicht neu auszurichten.
Wenn aber körperliche oder psychische Belastungen den Menschen über lange Zeit und im Übermaß überfordern, reagiert er unter Umständen mit psychosomatischen oder psychischen Störungen.
Genau hier setzt die systemische Therapie an: sie zielt auf eine tiefgreifende Veränderung des Verhältnisses des Klienten zu sich selbst und seiner Umwelt ab. Zudem betrachtet sie den Menschen in seinem sozialen Kontext und nimmt das Wechselspiel zwischen Individuum und System in den Blick - sei es innerhalb der Familie, in der Paarbeziehung oder im beruflichen Umfeld. Ziel ist es, neue Perspektiven zu eröffnen, Veränderungsprozesse anzustoßen und persönliche Entwicklung mit dem sozialen Umfeld zu fördern.